Das Lymphsystem ist eine Einbahnstrasse. Es beginnt überall im Körper im zwischenzellulären Raum, im sogenannten Interstitium und endet schliesslich in den beiden Venenwinkeln. Es wird Gewebsflüssigkeit, welche nicht zurück in die Venen gelangt, gesammelt und schlussendlich dem Blutkreislauf wieder zugeführt. Das Lymphsystem hat wichtige Aufgaben im Bereich Nährstoffaufnahme, Abtransport von Abbauprodukten sowie von Gift- und Fremdstoffen und ist auch bei der Abwehr beteiligt. Vor allem in Geweben mit hoher Umbaurate ist die Lymphbildung erhöht. Da die Lymphe auf ihrem Weg viel Protein aufnimmt, kann es bei Stauungen zu Eiweissansammlungen und Ablagerungen kommen. Diese Ablagerungen welche als Fibrosen bezeichnet werden, können die Lymphwege nachhaltig behindern.

Manuelle Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage besteht aus einer eher sanften Massagetechnik und aus Kompression des betroffenen Gewebes. Die Lymphgriffe bewirken einen Pumpeffekt im Gewebe, welcher die Flüssigkeit in Richtung Herz transportiert. Dieser Effekt dauert nach der Behandlung noch bis zu sechs Stunden an. Es ist daher ratsam, nach der Therapie noch etwas zu ruhen um den Vorgang zu Unterstützen. Es werden verschiedene Gewebsflüssigkeitsansammlungen behandelt. Eine solche Schwellung nennt man auch „Ödem“. Die Ursachen für diese Ödeme sind unterschiedlich. Nicht mit Lymphdrainage behandelt werden dürfen Wassereinlagerungen, welche unter anderem durch Herz- oder Niereninsuffizienz hervorgerufen wurden.

Die manuelle Lymphdrainage kann mit einer sich sanft anfühlenden Elektrotherapie unterstützend kombiniert werden. Dabei kommt es zu entscheidenden Effizienzsteigerungen der Therapie. Schwellungen bauen sich schneller ab, schmerzhafte Verhärtungen (Fibrosen) können schneller und angenehmer behandelt werden. Bei Lipödemen kommt es zu einer verbesserten Tiefenwirkung mit einer rasch spürbaren Lockerung der verhärteten Stellen. Die erwähnte Kompression des behandelten Gewebes dient zur Erhaltung der erreichten Volumenreduzierung. Das Ödem kann nicht gleich wieder volllaufen. Zudem bekommt die Haut, welche nach der Umfangreduzierung „schlaff“ geworden ist Zeit, sich wieder zu spannen. Die Kompression innerhalb der manuellen Lymphdrainage wird mit speziellen Bandagen erreicht. Wenn eine längerfristige Kompression des Gewebes nötig sein sollte, werden massgefertigte Strümpfe verwendet

Elektrotherapie

Bei der Elektrotherapie handelt es sich um ein altes Naturheilverfahren. Diverse Ärzte haben im frühen vergangenen Jahrhundert verschiedene Reizstromformen entwickelt. Es handelt sich dabei um eine nahezu nebenwirkungsfreie Therapieform. Gegenüber Medikamenten hat die Elektrotherapie den Vorteil, dass sie „chemiefrei“ ist und somit Leber und Nieren nicht belastet. Das Verfahren kann direkt im Beschwerdegebiet angewandt, oder im Sinne einer Reflexzonenbehandlung in den entsprechenden Bindegewebszonen appliziert werden. Das Wirkspektrum erstreckt sich über: schmerzlindernd, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd bis hin zur Muskelstimulation. Ferner kann die Elektrotherapie zum schnelleren Abbau von Blutergüssen herangezogen werden. Nicht unwesentlich ist zu erwähnen, dass gewisse Stromformen sogar den Gewebszustand günstig beeinflussen können